Monday, August 1, 2022
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Designerin Emily Markwood über die Vorteile, den eigenen Weg zu gehen – 99designs


Emily Markwoods Leben ist wie das vieler freiberuflicher Kreativer – so etwas wie ein Balanceakt. In ihrem Job hilft sie tagtäglich dabei, Marken von Grund auf aufzubauen. Ihr Studio Hayes Barton Designs hat gerade 7-jähriges Jubiläum gefeiert und das Geschäft boomt. Außerdem muss sich um die Kinder gekümmert, ein Büro renoviert und süße Tiere gefüttert werden.

Emily ist eine von 99designs bekanntesten Markenspezialistinnen. Sie hat 106 Wettbewerbe gewonnen und 116 1-zu-1-Projekte abgeschlossen. 31 wiederkehrende Kunden haben in den paar Jahren, in denen sie auf der Plattform aktiv ist, eine begeisterte 5-Sterne-Bewertung abgeben. Und das kommt nur zusätzlich zu allem anderen, was in ihrem Leben noch so los ist.

Designerin Emily Markwood

Wir haben Emily (aka EWMDesigns) kontaktiert, um herauszufinden, was sie antreibt. Wir haben erfahren, dass sie sich trotz ihrer Warmherzigkeit ganz genau überlegt, worauf sie sich einlässt, und nur wenige Projekte gleichzeitig annimmt, um sicherzustellen, dass all ihre Kund:innen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Dafür erhalten sie ein Produkt, auf das sie besonders stolz sind, und diesen zusätzlichen Schwung, wenn sie ihr kleines Unternehmen an den Start bringen.

Wir hoffen, dass Emilys Geschichte dich dazu bringt, dich wieder in den Prozess zu verlieben, und dich dazu ermuntert, deinen eigenen Weg zu gehen.

Erinnerst du dich, wann du gemerkt hast, dass Design der richtige Weg für dich ist?

Daran erinnere ich mich sogar ganz genau. Nach meinem Studium an der North Carolina State University mit einem Abschluss in Business arbeitete ich für ein kleines pharmazeutisches Unternehmen. Dort gab es viele Designprojekte. Ich habe es schon immer geliebt, etwas zu gestalten, also bewarb ich mich, wenn eines anstand.

Damals wusste ich noch nichts über Design und hatte noch nie von Adobe gehört. Ein Kollege, der zuvor bei einem Buchverlag gearbeitet hatte, zeigte mir Illustrator und ich war sofort begeistert. Sicher dauert es eine Weile, den Umgang mit dem Programm zu lernen – herauszufinden, wie man Ankerpunkte setzt, um etwas zu kreieren, das nicht aussieht, als hätte es eine Sechsjährige gezeichnet, aber ich lernte ziemlich schnell und konnte nicht genug bekommen.

Nach acht Jahren im Unternehmen wurden wir aufgekauft und meine Stelle wurde gestrichen. Auch wenn ich traurig war, schien es wie der perfekte Moment, um herauszufinden, ob ich vom freiberuflichen Designen leben konnte.

Ein totaler „Jetzt oder nie“-Moment.

Es war beängstigend und befreiend zugleich. Ich hatte keine Ahnung, wie ich an Aufträge kommen sollte oder gar was ich designen wollte. Aber es ist alles gut ausgegangen und ich bin so dankbar, dass das jetzt mein Arbeitsalltag ist.




Es war beängstigend und befreiend zugleich. Ich hatte keine Ahnung, wie ich an Aufträge kommen sollte oder gar was ich designen wollte.





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Logo of early bird social: bird drinking out of a glass

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Branding für Early Bird Social
Ihr habt vor Kurzem 7 Jahre Hayes Barton Designs gefeiert. Erst mal also: Alles Gute! Erzähle uns, welche Geschichte hinter dem Namen steckt.

Als ich mich dazu entschied, die Sache zu probieren, stellte ich fest, dass ich mein Unternehmen beim Amt anmelden muss. Ich wusste, dass ich nicht meinen Namen verwenden wollte, aber sich auf die Schnelle etwas Bedeutungsvolles einfallen zu lassen, schien schwierig. Hayes Barton Historic District ist ein Stadtteil gleich außerhalb der Innenstadt von Raleigh, der von 1920 bis Mitte des 20. Jahrhunderts entstand und wo ich mit meinem Mann und meinen zwei Kindern lebe. Ich komme aus Raleigh und einen Teil der Stadt, die ich so sehr liebe, in meinen Unternehmensnamen einzubauen, war meiner Meinung nach die perfekte Entscheidung.

Eine Karte des historischen Viertels, das den Namen von Emilys Atelier inspiriert hat
Eine Karte des historischen Bezirks, der als Inspiration für den Namen von Emilys Studio diente
Das ist wunderbar. Worauf hast du dich deiner Meinung nach spezialisiert?

Ich arbeite allein und derzeit konzentriere ich mich hauptsächlich auf Branding für kleine Unternehmen. Ich habe noch Kunden, die ich während meiner Zeit in einem pharmazeutischen Unternehmen kennengelernt habe, und verbringe viel Zeit mit Unternehmensprojekten. Branding mag ich ohne Zweifel am liebsten.

Für welche Branche designst du am liebsten?

Mein Stil ist etwas ausgefallen, natürlich und unvollkommen und scheint am besten zu kreativen Branchen zu passen. Ich liebe es, mit anderen Kunstschaffenden zu arbeiten – Maker, Musikschaffenden und Köchen – und habe bemerkt, dass mein Designstil in der Regel gut zu Leuten aus diesen Bereichen passt. Dort gibt es jede Menge Raum, um kreativ zu sein.

Es ist schön, einen Mix aus Kund:innen zu haben, die viele verschiedene Designs benötigen; das hält die Sache interessant und jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Gelegenheiten mit sich. Manche Designer und Designerinnen sagen, dass man eine Nische für sich festlegen muss, und das passiert in gewisser Weise von allein, aber ich glaube ehrlich daran, dass ich wertvoller für meine Kund:innen bin, weil ich mich an verschiedene Designstile anpassen kann. Ich bin stolz darauf, einzigartige und durchdachte Designkonzepte zu präsentieren.




Ich liebe es, mit anderen Kunstschaffenden zu arbeiten – Maker, Musikschaffenden und Köchen – und habe bemerkt, dass mein Designstil in der Regel gut zu Leuten aus diesen Bereichen passt.





rocketship coffee packaging
logo for rocketship coffee
a person holding a cup of iced coffee infront of rocketship coffee

Was ist deiner Meinung nach das Erfüllendste an kreativer Arbeit?

Die Belohnungen sind vielfältig. Das Beste ist allerdings zu sehen, wie eine Marke zum Leben erwacht. Eine durchdachte und wohl überlegte Markenidentität zu kreieren ist oftmals ein langwieriger und mühsamer Prozess und ich hoffe immer, dass die fertigen Designs den Kund:innen von Nutzen sein werden, wenn sie ihr Unternehmen gründen. Zu sehen, wie diese Marken erfolgreich sind, ist eine große Freude für mich und erfüllt mich mit Stolz. Ich fühle mich so geehrt und gerührt, eine kleine (wenn auch wichtige) Rolle auf ihrem Weg zu spielen und es ist unglaublich befriedigend zu sehen, wie sie wachsen.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass ich allein arbeite. Als ich mit der freiberuflichen Arbeit begann, war mein Sohn ein Jahr alt und meine Tochter gab es noch nicht. Mittlerweile sind sie acht und sechs. Die Flexibilität zu haben, für sie da sein zu können – sie zur Schule bringen und abholen zu können, ihnen bei den Hausaufgaben helfen zu können oder sie nach einem anstrengenden Tag umarmen zu können – ist ein riesiges Privileg, das ich ich nicht hätte, wenn ich einen anderen Weg gegangen wäre. Mir war vor sieben Jahren nicht klar, wie wichtig diese Dinge sein würden. Aber das Sprichwort, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, wird dadurch irgendwie wahr.




Die Flexibilität zu haben, für sie da sein zu können – sie zur Schule bringen und abholen zu können, ihnen bei den Hausaufgaben helfen zu können oder sie nach einem anstrengenden Tag umarmen zu können – ist ein riesiges Privileg, das ich ich nicht hätte, wenn ich einen anderen Weg gegangen wäre.





Gibt es irgendwelche Herausforderungen, denen du gegenüberstehst?

Manchmal ist es schwer, sich inspiriert zu fühlen und alle Ideen fühlen sich schlecht an. Zum Glück gehen diese Phasen schnell vorbei. Ich habe festgestellt, dass es am schwierigsten ist, kreativ zu sein, wenn ich mich gestresst oder überfordert fühle.

Einen Schritt zurückzugehen und eine neue Perspektive einzunehmen ist sehr hilfreich. Für mich bedeutet das, eine Liste zu erstellen und die Dinge in machbare Teile zu unterteilen. Meistens kehrt die Kreativität dann wieder zurück. Hoffen wir darauf, dass das immer so bleibt.

Gib uns mal einen Eindruck: Wie sieht ein Tag in deinem Leben aus? Hast du eine feste Routine?

Ich bin definitiv ein Gewohnheitstier und Routine hilft mir. Die meisten Tage beginne ich damit, meine Kinder anzubetteln, sich anzuziehen und sich die Zähne zu putzen. Dann Kaffee. Sobald ich mit der Arbeit beginne, versuche ich, mich direkt in die kreativsten Aufgaben zu stürzen. Morgens bin ich häufig am produktivsten und gegen frühen Nachmittag verliere ich etwas an Fahrt.

Hot chocolate flakes container with MrsPotts logo
logo rebrand for Mrs Potts

Niedliche Verpackung mit abstrakten Formen und Schnur

Ich gebe mein Bestes, mich in den ersten Stunden am Morgen nicht mit E-Mails zu beschäftigen, es sei denn, etwas ist äußerst dringend, und kümmere mich dann gegen Mittag um sie. Administrative Aufgaben hebe ich mir für den späten Nachmittag auf, da die Kreativität dann in der Regel nachlässt. Hin und wieder arbeite ich noch ein wenig nach dem Abendessen, aber ich versuche, möglichst die klassischen Bürorarbeitszeiten einzuhalten. Von zu Hause aus zu arbeiten ist schwierig und wenn du nicht aufpasst, kann es sein, dass du weit mehr Zeit am Computer verbringst, als du solltest.

Wo wir gerade beim Thema Inspiration sind, kannst du uns 3 Dinge nennen, die dich momentan inspirieren?

Momentan finde ich Inspiration überall; der Frühling ist mein Liebling. Es wird warm und alles blüht. Die Bäume sind wieder grün und überall gibt es so viel Farbe – das ist auf jeden Fall wunderschön und inspirierend. Ich komme nicht viel zum Lesen, aber meine Kinder verschlingen die Chroniken von Narnia abends geradezu. Wir sind gerade beim dritten Buch und ich hatte längst vergessen, wie wundervoll die Geschichten sind. Ich kann nicht sagen, dass es irgendwelche Designinspirationen für mich in dem Buch gibt, aber der allgemeine Zauber ist auf jeden Fall inspirierend.

Ich liebe Musik und könnte keinen Favoriten auswählen, aber ich liebe The English Beat, Elvis Costello, Brett Dennen, Gregory Alan Isakov, Lake Street Dive, Amos Lee, Leon Bridges, Bob Marley… ich könnte ewig so weitermachen. Musik ist eine große Inspirationsquelle für mich, aber ich muss aufpassen beim Musikhören; wenn sie zu gut ist, kann es schnell mal zu einer Solo-Tanzparty kommen!

vier Bilder mit Illustrationen von Gemüse und Obst
Design für Global Grocery Market




Manche Designer und Designerinnen sagen, dass man eine Nische für sich festlegen muss und das passiert in gewisser Weise von allein, aber ich glaube ehrlich daran, dass ich wertvoller für meine Kund:innen bin, weil ich mich an verschiedene Designstile anpassen kann.





Vieles hat sich in deiner Karriere verändert, seit du vor vier Jahren 99designs beigetreten bist. Was hält dich auf der Plattform?

99designs ist so eine wunderbare Plattform für mich. Zuerst war sie ein guter Weg, um neue Dinge auszuprobieren und mein Können als Designerin weiterzuentwickeln. Ich habe mir Wettbewerbe angesehen und war erstaunt, wie viele Leute auf der Suche nach Designs waren. Ich hab anfangs so ziemlich alles ausprobiert, aber auch schnell gemerkt, wo ich erfolgreich sein könnte. Ich habe mir eine Idee für ein Design überlegt und dann überlegt, wie ich es umsetzen könnte. Da ich keine klassisch ausgebildete Designerin bin, waren meine Fähigkeiten begrenzt, aber jeder Wettbewerb bot mir die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen. Anfangs benutzte ich kein iPad, daher skizzierte ich Ideen auf Papier, machte ein Foto und zeichnete dann in Illustrator das Design mit einer Maus nach. Heute scheint das ziemlich altmodisch, aber wenn du Übung im Umgang mit dem Stiftwerkzeug brauchst, ist das der richtige Weg.

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Ich habe mit so vielen wunderbaren Kund:innen aus der ganzen Welt zusammengearbeitet, die ich niemals kennengelernt hätte, gäbe es 99designs nicht. Ich bin unglaublich dankbar für die Möglichkeiten, die mir diese Plattform geboten hat, und ich plane, noch so lange wie möglich dabei zu bleiben. Die Dinge haben sich verändert, während sich mein Unternehmen weiterentwickelt hat, und ich habe nicht mehr die Zeit, an vielen Wettbewerben teilzunehmen, aber die 1-zu-1-Projekte sind ein gutes Geschäft für mich. Es ist schwierig und zeitintensiv, Kund:innen selbst zu finden, und die Plattform macht das alles zu einem Kinderspiel.

Danke für die lieben Worte. Eine letzte Frage noch: Zu Beginn deiner kreativen Karriere standest du einem „Jetzt oder nie“-Moment gegenüber. Hast du einen Ratschlag für Designer und Designerinnen, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen? Vielleicht etwas, was du daraus gelernt hast, diesen Schritt zu wagen?

Wenn du leidenschaftlich bist und hart arbeitest, kannst du meiner Meinung nach wirklich so ziemlich alles erreichen, was du dir vorgenommen hast. Denke daran, dir selbst eine Schonfrist zu geben und geduldig zu sein. Es hat mich viele Jahre gekostet, dies Vollzeit machen zu können und rückblickend bin ich so glücklich darüber, dass ich diese Unsicherheit und dieses Unbehagen auf mich genommen habe und es einfach gemacht habe. Lerne so viel du kannst und bitte andere Designschaffende falls nötig um Hilfe. Die kreative Community ist wunderbar und hilfsbereit; denke nur daran, das weiterzugeben.

Das finden wir großartig. Danke, Emily!
Dir gefällt Emilys Arbeit?
Dann engagiere sie für dein nächstes Projekt.

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